Josua Ossendrijver (* 1943) wird direkt nach nach seiner Geburt von seinen jüdischen Eltern Simon Ossendrijver und Rosette Sanders an eine Versteckadresse gegeben und dem Rotterdamer Ehepaar Slegt anvertraut. Von diesem Moment an heißt er Klaas Slegt. Sein ganzes Leben fragt er sich: Wer bin ich eigentlich wirklich? Es gibt Hinweise, aber sie bleiben vage. Fragen werden von seinen Pflegeeltern nie beantwortet. Es folgt eine lange Suche, und erst 2010 – im Alter von 66 Jahren – erfährt er seinen Geburtsnamen. Seit dieser Entdeckung geht er unter dem Namen durchs Leben, den ihm seine leiblichen Eltern gegeben haben. Sie und sein Bruder David wurden 1944 in Auschwitz ermordet. Josua erzählt in niederländischen Schulen seine Lebensgeschichte. Als Schriftsteller debütierte Ossendrijver 2014 mit seiner Autobiografie „Verdoezeld Verleden“ (Vertuschte Vergangenheit); das Buch bildete die Grundlage für das Theaterstück „In Vrede“ (Im Frieden), das in niederländischen Theaterhäusern zur Aufführung kam.