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Spielerei

(Für das 4te Reichs-Kabarett)

Tom Mix, Shatterhand, Harry Piel
Es sind doch Waisenknaben
Und es ist wirklich nicht sehr viel
Was sie geleistet haben,

Wenn man es heute mal vergleicht
Mit dem, was Adolfs Jungen
In den Abruzzen so erreicht
Und kühn haben erzwungen.

Ein echt deutscher Husarenstreich
Man kann es fast nicht glauben
Bericht etwas zu blumenreich
Man kann auch zu viel schrauben

Man merkt es schnell, der deutsche Held
Ist zu stark übertrieben
Er wird zu tapfer dargestellt
Münchhausenhaft beschrieben

Wird wie er mit nur ein paar Mann
Hunderte Italiener
In Bann hält, ja so etwas kann
Nur weil er deutsch ist jener.

Doch mein Vertrauen ist nicht groß
In diese Phantasien
Und ich vertrete rücksichtslos
Ganz andere Theorien.

Der Italiener war Faschist
Und hatte Instruktionen
Vom König, der kein König ist
Und von den Badoglionen.

König Victor Emanuel
Fühlt sich zu Dank verpflichtet
Dem Duce, darum sorgt er schnell
Dass man ihn nicht vernichtet!

Und außerdem war er auch bang
Und dacht in schweren Nöten
Lass ich ihn sterben, währt’s nicht lang,
Dann wird auch mich man töten.

Da ist noch mancher, der ihn liebt
Und der nicht kann vergessen
Und mir dann einen Dolchstoß gibt
Von wildem Hass besessen.

Ich halt mich mit Benito gut
Und mit den Alliierten
Entzieh ihn an des Volkes Wut,
Den kürzlich Pensionierten.

Und spiele ihn in Adolfs Hand,
Damit der arme Knabe
Der jetzt mehr Pech hat als Verstand
Auch eine Freude habe.

Benito freut sich, dass er frei,
Hitler, dass er befreite
Und dass er jetzt Befreier sei,
Der frühere Gefreite.

Die Alliierten sind so froh
Dass ich kapitulierte
Ja, ich und mein Badoglio
Das sind zwei Raffinierte

Ja, wir erreichen unser Ziel
Und nützen unseren Zwecken
Es ist ein königliches Spiel:
Freude in allen Ecken.

Nur droht eine Gewitterwolk’,
Die kann den Spaß verderben
Vielleicht schlägt bald Italiens Volk
Das ganze Spiel in Scherben.

Transkription: Thilo von Debschitz