8.1.1944, 2. Jahrgang, Nr. 2, Seite 6
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Titelseite / Einführung Inhaltsverzeichnis

Rückschlag

In deutschen militärischen Kreisen will man nicht leugnen, dass die U-Boote in den letzten Monaten weniger erfolgreich waren. Gemäß den Wehrmachtsberichten wurden folgende Ergebnisse erzielt:
Von Januar bis März 1943: 320 Handelsschiffe mit 2.025.400 BRT.
Von April bis Juli 1943: 264 Handelsschiffe mit 1.552.241 BRT.
Von August bis November 1943: 215 Handelsschiffe mit 1.300.000 BRT.
An diesen Zahlen hatte die deutsche Luftwaffe einen zunehmenden Anteil. Im deutschen Wehrmachtsbericht vom 24. September wurde betont, dass die U-Boote nach wochenlanger Ruhe erstmals wieder 9 Handelsschiffe mit einer Gesamttonnage von 46.500 BRT versenkt hatten. Es scheint also auf deutscher Seite keinerlei Bemühungen zu geben, zu verbergen, dass es in der Kriegsführung zur See eine tiefgreifende Veränderung gegeben hat. – 14-12

Der Untergang der Scharnhorst – 28/12
Über den Angriff auf den für Murmansk bestimmten feindlichen Konvoi hat das Oberkommando der Marine folgende Einzelheiten mitgeteilt: Bereits einige Tage zuvor hatte die deutsche Luftaufklärung einen feindlichen Konvoi bemerkt, der auf dem Weg nach Murmansk war. Er hatte Kriegsmaterial und Lebensmittel für die sowjetische Front geladen. Eine Kampfgruppe der deutschen Flotte wurde gegen diesen Konvoi in den Kampf geschickt und traf den Feind in der Nähe des Nordkaps an. Gegen 11 Uhr am Morgen des 26. Dezember kam das Schlachtschiff Scharnhorst, auf dem sich der Kommandeur des Zerstörers, Konteradmiral Bey, als Kommandant der Kampfgruppe eingeschifft hatte, in Kriegskontakt mit der feindlichen Sicherungsflotte, die aus Kreuzern und Zerstörern bestand. Bei schlechtem Wetter war die Sicht eingeschränkt. Kurz nach Beginn des Gefechts griff auch ein schweres feindliches Kriegsschiff ein. Im weiteren Verlauf gelang es dem Feind, überraschend noch mehr schwere Streitkräfte aufzustellen, die wegen der schlechten Sichtverhältnisse vorher nicht zu sehen waren. Nach mehreren Stunden schwerster Kämpfe wurde die Scharnhorst, die unter dem Kommando von Kapitän zur See Hintze stand, von den feindlichen Kriegsschiffen umzingelt. Gegen halb acht abends sank das Schlachtschiff mit der Flagge auf Mastspitze, nachdem es bis zur letzten Granate dem Feind schweren Schaden zugefügt hatte. Die anderen deutschen Streitkräfte, die an der Operation teilnahmen, erlitten keine Verluste. Über das Schicksal der Besatzung der Scharnhorst werden die Angehörigen informiert, sobald Meldungen eingehen.

Die U-Boot-Waffe ist seit kurzem
Nicht mehr sehr effektiv,
So behauptet der Erste Lord
Entschieden und positiv.

Und auch von Deutschland wurde
Die Wahrheit dieser Worte erkannt,
Viel weniger als man gewohnt war
Wird auf den Grund versenkt.

Verändert hat sich das Gesicht
Jetzt von dem Krieg auf See
Und trostlos ist der Monatsbericht,
Die Note ist enttäuschend.

Früher machten so manche Registertonnen
Einen deutlichen Unterschied,
Man fand, dass es unmöglich war,
So weiterzumachen.

Und Hitler steckte in der Klemme,
Und hat dann eine Entscheidung getroffen
Und dann musste gemäß seinem Befehl
Die „Scharnhorst“ auslaufen.

Sie macht die Rechnung wieder glatt
Und macht den Schaden wieder gut,
Das Volk, das sich niedergeschlagen fühlte,
Fasste wieder neuen Mut.

Die „Scharnhorst“ machte es immer gut,
Sie erinnern sich an die Geschichte,
Kürzlich entkam sie aus Brest
Und segelte durch den Kanal,

Entkam der britischen Flotte,
Die auf sie gelauert hatte,
In Deutschland war die Freude groß,
England fand es schlimm.

Es wurde eine Siegesfeier,
„Scharnhorst“ und „Gneisenau“
Waren Englands Schiffen voraus,
Entkamen der Bedrängnis.

Das Schlachtschiff „Scharnhorst“ machte sich auf
Nach einer einfachen Beute,
Und sieht plötzlich einen fetten Happen:
Ein feindlicher Konvoi.

Er schien nicht besonders gut bewacht,
Dankbares Angriffsobjekt,
Und wenn man damit Erfolg hätte,
Erzeugte das eine ziemliche Wirkung

Der Sieg ist nicht schwer,
Es wird ein Triumph,
So dachte alles in allem
Der deutsche Admiral.

Doch es lief anders als in Brest,
Er hat sich völlig geirrt,
Und der Fehler erwies sich als verhängnisvoll,
Es tauchten aus dem Nebel

Ganz unerwartet mehr Kreuzer auf,
Als Hintze erwartet hatte,
Jetzt geht es uns an den Kragen,
Sagte damals der Konteradmiral,

Die „Scharnhorst“ sah sich in einem Ring,
Der nicht zu durchbrechen war,
Wie unangenehm war diese Schlinge,
Man band sie um ihren Hals.

Ja, am zweiten Weihnachtstag
Schickte man sie auf den Grund,
Für Deutschland ein harter Schlag
Wie jeder fand.

Man löffelt dort traurig und niedergeschlagen
Winterhilfe-Erbsensuppe,
Und trauert, weil das Scharnhorst-Schiff
Nun zum Unterseeboot wurde.

Lektorat: Sabine Bockting, Marloes Abeling