Der Osterhase fühlt sich sehr beklommen
und fragt sich traurig: Ach, was mach ich bloß?
Kein einz’ges Ei hab ich fürs Osterfest bekommen,
in dieser Zeit ist die Verzweiflung groß.
Eventuell läßt Seyß noch Gnade walten
verteilt uns doch noch Marken für ein Ei.
Nur bleiben dann bei mir noch viele Sorgenfalten,
denn so ein Solo-Ei bringt Freude nicht herbei.
Ja, eine Schwalbe macht noch keinen Sommer,
ein Einzel-Ei taugt nicht für’s Osterfest
und sorgt nur dem für keinen Kummer,
der weltfremd und ein großer Träumer ist.
Mich stimmt das alles andere als heiter,
denn diesen Fall bewerte ich symbolisch,
und denk ich diese Sache für mich weiter,
werd ich nur trübsinnig und ziemlich melancholisch.
Die Zeit ist schwer und viele Hühner starben,
verweigert ist ihnen das Lebensrecht,
und die, die’s Hühnerleben erst verdarben,
machen das Leben jetzt auch für die Menschen schlecht.
Denn keine Eier, keine Butter sind zu haben,
mit großer Not lässt sich so grade überleben,
und konnte einst man sich an allem laben,
scheint es so bald nun gar nichts mehr zu geben.
Die Menschen füttert man mit schönen Worten,
wobei der Nährwert davon wohl entfällt.
Man hört die hohlen Phrasen allerorten,
versteht, dass man uns so zum Narren hält.
Doch lass ich mir die Zuversicht nicht rauben,
nein, ich bewahre meinen frohen Mut
und werde weiter an die Losung glauben,
die heißt: Am Ende wird noch alles gut.
1) Wie wir jetzt wissen, wurde aus der „symbolischen“ Oster-Rationierung nichts (die Redaktion des OWC)
Literarische Übersetzung: Elisabeth und Thilo von Debschitz