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Der Fall Marion Stankovitch

Jedes Jahr ein neuer Mann.
Die Börse meldet aus New York, dass die amerikanischen Behörden in diesen Tagen einem seltenen Fall von Bigamie auf die Spur gekommen sind. Sie entdeckten, dass die 35-jährige Marion Stankovitch Ehezulagen für vier amerikanische Soldaten erhielt, die sie erst nach Ausbruch des Krieges geheiratet hatte. Während der Untersuchung zeigte sich, dass sie im Laufe der Jahre fünfzehn Männer geheiratet hat, ohne sich auch nur einmal scheiden zu lassen. Ihre erste Ehe schloss sie im Alter von 17 Jahren, und seitdem hat sie sich fast jedes Jahr einen neuen Mann zugelegt. – 3-6-44

Sie zählt erst fünfunddreißig Jahre,
Aber fünfzehn Ehemänner,
Mit denen sie nacheinander
Die Ehe geschlossen hat.

Stets dachte sie: Ein weiterer kann noch dazu,
Und dann hat sie ihn genommen,
Eine neue Ehe, ein neuer Mai
Voll schöner Liebesträume.

Refrain
Auf dem Broadway und der Hudsonbridge
Erklingt die Melodie
Von Fräulein Marion Stankovitch
Und ihrer Bigamie.

Sie wollte, weil es ihr lästig war,
Nicht mit dem Scheiden beginnen,
Und zog sich – ob Schwarz oder Blond –
Gierig die Männer an Land.

Da war ein Jack aus Tennessee,
Ein Jim aus Oklahoma,
Ein Johnny kam aus Kentucky,
Aber Scheidung, dachte sie, lass mal sein.

Refrain.
Auf dem Broadway etc.

Und da waren noch so manche Namen
Von Männern, die sie heirateten,
Das Dämchen, so polygam,
Hatte offenbar etwas zu bieten.

Für manch ein Mädchen ist es schwer
Einen Ehemann zu finden,
Aber Fräulein Marion schaffte es
Sich mit fünfzehn zu verbinden.

Refrain.
Auf dem Broadway etc.

Als die USA in den Krieg zog,
wurden vier Soldaten
Und Ehefrau Marion nahm
Von allen vieren die Vergünstigungen.

Sie hat für jeden der vier
Die Kriegsunterstützung bekommen,
Ließ jeden Monat mit viel Freude
Viermal die Staatskasse blechen.

Refrain.
Auf dem Broadway etc.

Und so etwas fand der Staat zu viel,
Es hat Unmengen gekostet,
Und Marion muss jetzt im Gefängnis
Ihre schwere Schuld bezahlen.

Das war für sie Pech,
Nun sitzt sie bei den Dieben,
Aber Marion wird, vermute ich,
Den Wärter heiraten …

Bearbeitung: Kurt Gerhard Funke