4.3.1944, 2. Jahrgang, Nr. 10, Seite 2
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4.3.1944, 2. Jahrgang, Nr. 10, Seite 4

Titelseite / Einführung

Ostfrontperspektiven

Frontverkürzungen lieferten neue Reserven.
Wo Ausweichbewegungen durchgeführt wurden, geschah dies vollkommen geordnet, nachdem alle für den Feind wichtigen Objekte zerstört worden waren und immer mit dem Ziel, die Front zu verkürzen und dadurch neue Reserven zu erhalten. – 31.08.43

Von Manstein, der geschickte Taktiker, nutzt auch diesmal den Raum als Waffe, um den Sowjets zu widerstehen. – 30.12.43

Ausweichen ist kein Beweis für Unterlegenheit.
Seitens der Deutschen wird jedoch darauf hingewiesen, dass es falsch wäre, die Ausweichbewegungen, selbst wenn sie von recht großem Ausmaß sind, als einen Beweis für Unterlegenheit anzusehen. – 14.01.44

Es wird argumentiert, dass derzeit die Strategie des Raums angewandt wird und dass dies zwar schmerzhaft, aber nicht entscheidend für den Ausgang des Krieges ist. Angesichts der Tatsache, dass der ansonsten hervorragend ausgebildete und spezialisierte deutsche Soldat gegen eine gewaltige Übermacht kämpfen muss, ist eine andere Strategie nicht möglich. – 20.11.1944

Auch die alliierte Meldung über die Umzingelung deutscher Truppen westlich von Tscherkassy wird bestritten. In diesem Gebiet wurden in den letzten Tagen nur lokale Kämpfe ausgetragen. Weiterhin wird erklärt, dass es den deutschen Truppen höchstwahrscheinlich gelingen wird, das Einkreisungsmanöver des Gegners zu vereiteln oder zumindest die Vernichtung dieser Streitkräfte zu verhindern. In Berlin hält man es jedenfalls für verfrüht, sich bereits auf Aussagen festzulegen. Schließlich wird die Umzingelung von fünf Divisionen bei Nikopol dementiert. Dank kräftiger Gegenangriffe konnten sie sich befreien. – 11.02.44

Der Kampf in der Dneprschleife.
Der A.N.P.-Korrespondent in Berlin berichtet, dass der Kampf im nördlichen Teil der Dneprschleife weiterhin sehr große Ausmaße annimmt. Es handelt sich hier um den Sektor östlich von Sjaschkow und westlich von Tscherkassy, mit Korsun als Mittelpunkt, wo nach sowjetisch-russischen Berichten zehn deutsche Divisionen eingeschlossen sind. Die heftigen Angriffe der Bolschewiken werden durch massiven Einsatz von Artillerie unterstützt. Auf der anderen Seite unternehmen die Deutschen sowohl aus dem Zentrum dieses Gebiets als auch von außen starke Gegenangriffe. Der äußerst erbitterte Kampf tobt hier weiterhin. – 17.02.44

Langsam sickert es durch
Und lässt sich nicht totschweigen,
Die Lage ist nicht besonders,
Nein wirklich, es drohen

Derzeit zehn Divisionen des Feindes
Gänzlich zu verschwinden,
Nach Stalingrad das größte Glück
Für Stalin und seine Leute.

Eine Zangenbewegung ist gelungen,
Die Welt ruft: Riesig war sie!
Die Deutschen werden erdrückt
Bei Sjasjkow und Tscherkassy.

Erst kürzlich wurden bei Nikopol
Fünf Divisionen vernichtet,
Der Russlandkrieg war kein Spaß,
Aber jetzt kommt die Krise.

Man hat die alte Grenze überschritten
Von Estland, Lettland, Polen
Auch wenn es nicht Hitlers Wunsch entspricht,
Das ist Wasser auf Stalins Mühlen.

Wir haben viele Theorien gesehen,
Von verkleinerten Fronten,
Und von der „Raum-Strategie“
Wie sie in der Zeitung erschienen.

Und sehen jetzt, die deutsche Front
Ist länger als zuvor,
Ja, Adolf hat seine letzte Chance
zweifellos verloren.

Der großzügige Raum, den er hatte,
Wird ständig kleiner,
So manches Dorf, so manche Stadt
Nahm Stalin ungehindert.

Wir sehen die deutsche Theorie
An der harten Realität scheitern,
Es ist keine Raumstrategie,
Es ist Raumgeschwätz.

Ihr Gebiet wird immer kleiner
Und die Folgen zeigen sich:
Der Zeitpunkt kommt, an dem Hitler
Nicht weiter zurückweichen kann.

Das deutsche Heer wird bald
Den Kampf aufnehmen müssen
Und, geraten sie mit den Russen in Konflikt,
Wird es sein Ende finden.

Lektorat: Sylvia Stawski, Ernst Sittig