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cover / inleiding inhoudsopgave

England hat’s nicht besser …

Die Zigaretten sind mitunter Ersatz
Eine englische Zigarettenfabrik inseriert in der Presse einen Text, der so offenherzig ist, dass wir ihn dem deutschen Leser nicht vorenthalten wollen. Der Text lautet: „Es gibt eine Zigarette selbst in unseren Tagen der Ersatzmittel, der Behelfsartikel und der trügerischen Qualitäten, die Ihnen ein ungeschmälertes Vergnügen gibt. Sie besteht aus bestem türkischem Tabak und ist von normaler Größe, die heute leider so oft abnorm ist.“ Die Engländer rauchen also kleinere, schlechtere und betrügerisch aufgemachte Zigaretten und geben dies selber zu.

Es gibt eine Zigarette…
… selbst in diesen Zeiten von Ersatzmitteln, Behelfslösungen und Täuschungen, die dir unverfälschtes Vergnügen aus dem besten türkischen Tabak bietet. (…) – 8. Juni 1944, Ill. Beobachter

Von den eignen Schwierigkeiten
Suchen sie euch abzulenken
Dadurch, dass auf Zeitungsseiten
Sie euch einen Einblick schenken

In der Feinde schwere Sorgen,
Seht, man hat die gleichen Krisen,
Gestern heute und auch morgen
Wie bei uns, das lässt sich schließen.

Liest man Zeitungsinserate
In den englischen Gazetten
So gibt es im Brittenstaate
Auch sehr schlechte Zigaretten.

Trügerische Qualitäten
Oft um beinah nicht zu rauchen,
Der Genuss würde fast töten,
Unsre Volksgenossen brauchen

Sich bestimmt nicht zu beklagen,
Nein, wir müssen wirklich bitten
Und wir müssen ihnen sagen
Schauen sie sich an die Britten.

Sind auch unsre Tabakssorten
Heut nicht mehr die allerbesten
Und klagt man auch allerorten,
Sicherlich wird es euch trösten,

Dass auch Englands Raucher leiden,
Schwarz auf weiß liest man, sie hätten
Nur geringe Raucherfreuden,
Teure, schlechte Zigaretten

Allerminimalster Größe,
Durch den Krieg gar sehr beschnitten
Man gibt’s zu und welche Blöße,
Geben sich damit die Britten.

Offenbar sind vom Tabak se
Jämmerlich im Stich gelassen
Und so hat der Angelsachse
Heute wirklich nichts zu spaßen

Sicher hagelt es dort drüben
Auch so manches Donnerwetter,
Weil die Raucher es nicht lieben,
Wenn statt Tabaks Kirschenblätter

Oder andere Gewächse
Aus der Heimat Feld und Auen
Zu ’nem fürchterlichen Shag se
Kunstfertig zusammenbrauen.

Jeder deutsche Nikotiner,
Komm er nun aus Buxtehude
Sei er Kölner oder Wiener,
Sei er christlich oder Jude,

(Nein, der Jude war Versehen,
Denn die Juden sind verschwunden
Dank den Nazikoryphäen
Habt ihr so das Glück gefunden.)

Alle die da Tabak rauchen
Irgendwo in deutschen Gauen
Werden fortan friedlich schmauchen
Und den größten Mist verdauen.

Ob von Wehrmacht, von Marine,
Ob Gestapo, ob SSer
Man raucht Dreck mit froher Miene,
Denn in England geht’s nicht besser.

Auf eine halbe Zigarette.
Ein 34-jähriger Büroangestellter aus Kopenhagen, der seine Tabakration aufgebraucht hatte, geriet außer sich vor Wut, als er sah, wie seine Schwester nach dem Frühstück eine halbe Zigarette anzündete. Er stürzte sich auf sie und packte sie am Hals. Nur das rechtzeitige Eingreifen seiner Mutter konnte das Leben des Mädchens retten. Der Wüstling, der sich nur schwer vom Tabakgenuss trennen konnte, wurde von der Polizei überwältigt und festgenommen. – 15-8-44

Transcriptie: Thilo von Debschitz